Tervueren


"vom Kürnberg"



Den belgischen Schäferhund gibt es in vier verschiedenen Varietäten: den Groenendael, langhaarig und schwarz, den Laeken oder Lakenois, rotbraun und rauhaarig, den Malinois, rot-braun und kurzhaarig und den Tervueren rotbraun bis grau und langhaarig.

Die Hunde gehören zur FCI-Gruppe 1, den Hütehunden, sind zierlicher als der Deutsche Schäferhund, das Stockmaß beträgt bei Hündinnen ca. 58 cm, bei Rüden ca. 62 cm. Die Augen sollten dunkelbraun und mandelförmig sein und die Ohren dreieckig möglichst klein und hoch angesetzt. Bei den Tervueren, den Laeken und den Malinois muß eine dunkle Maske sowie die sogenannte „Charbonnage“, der leichte rußfarbige bis schwarze Anflug, vorhanden sein. Der Groenendael sollte schwarz sein, lediglich ein kleiner weißer Brustfleck und weiße Abzeichen an den Zehen werden toleriert.

Der Name der verschiedenen Varietäten stammt jeweils aus Orten in Belgien, wie der Name auch schon sagt, dem Ursprungsland der Hunde.

Der Tervueren

Der Tervueren ist nicht so triebig wie der Malinois. Sein Temperaments- und Aktivitätslevel ist sehr hoch angesiedelt, er ist ein oft impulsives, spontanes Energiebündel. Der angeborene Drang nach (auch geistiger) Beschäftigung macht ihn nicht wirklich zu einem reinen Begleit- oder Ausstellungshund. Natürlich kann man ihn in der Wohnung halten, wenn man ihm viele Spaziergänge und geistige Betätigung bietet, die Idealhaltung ist es aber nicht. Ein Haus und ein Garten entsprechen seinem Wesen weitaus besser.

Unsere Suri ist ein echter Outdoor-Hund. Im Garten fühlt sie sich wohl und ist immer auf Beobachtungsposten. Außentemperaturen weit unter null Grad scheinen ihr absolut nichts auszumachen.

Viele Belgier sind Kletten und folgen ihrer Bezugsperson auf Schritt und Tritt, was manchmal lästig werden kann. Sie sind so menschenabhängig, dass sie sich jeder Situation anpassen, um nur mit von der Partie sein zu dürfen. Durch eine konsequente Erziehung können solchen Ambitionen aber Grenzen gesetzt werden.

Der Tervueren möchte geistig gefordert werden. Spaziergänge allein genügen nur bedingt. Ideal ist eine sportliche Betätigung, z.B. Unterordnung, Fährten- oder Schutzarbeit, Breitensport, Agility. Da er sehr sensibel ist, funktioniert die Ausbildung nach Schema F nicht immer. Der Hundeführer ist gefordert, mit großem Einfühlungsvermögen zu arbeiten. Sie sind zwar hart in der Arbeit, aber sehr gefühlvoll und weich in der Führung. Daher ist diese Rasse für Neulinge unter den Hundehaltern eher nicht geeignet.

Eine Zucht zwischen den einzelnen Varietäten (Tervueren, Malinois, Groenendael, Laekenois) ist nur in begründeten Ausnahmen gestattet und muss vom zuständigen Verein genehmigt werden.

Ernährung, Pflege:
Pro Tag verfüttere ich 200 g qualitativ hochwertiges Dosenfutter mit einer Tasse Hundeflocken sowie ca. 200 g Trockenfutter (immer in Wasser gegeben, damit die Nieren nicht angegriffen werden). Während der sportlich aktiven Zeit gibt´s ein bißchen mehr, in den Ferien etwas weniger.

Das Fell verlangt keine große Pflege (außer der Hund liebt, so wie unserer, einen Nadelbaum sehr und lehnt sich daran an. Mit Butter oder Schmalz ist das Harz aber relativ leicht herauszukriegen). Regelmäßge Zahnkontrolle bzw. –reinigung ist empfehlenswert. Den Belgischen Schäferhunden wird nachgesagt, dass sie keinen hundetypischen Geruch entwickeln. (Momentan kann ich diese Aussage bestätigen, allerdings wird meine Hündin erst drei Jahre alt).

Widerristhöhe: Bei Rüden ca. 62 cm, bei Hündinnen ca. 58 cm.

Gewicht: Hündinnen bis 25 kg, Rüden bis 30 kg.

Farbe:
"Fauve charbonné" (rötlich braun mit schwarzen Haarspitzen)
"Gris charbonné" (grau mit schwarzen Haarspitzen).

Durchschnittliche Lebenserwartung:12 Jahre (hörte aber schon von Hunden, die 18 Jahre alt wurden).

FCI-Gruppe 1: Treib- und Hütehunde

Literatur:

Belgischer Schäferhund: Charakter - Erziehung - Gesundheit von Valeria Slembrouck
Belgische Schäferhunde - Heute von Deborah Fleming
Der Hund: Abstammung - Verhalten - Mensch und Hund von Erik Zimen
Mit Hunden sprechen von Jan Fennell